STARLIGHT UNION

   MIDGARD SPIELSZENARIO

Hier könnt ihr die neusten Abenteuer unserer MIDGARD-Rollenspielgruppe mitverfolgen. Aktuelles ist in ROT geschrieben. Ältere Abenteuer findet ihr in unserem Archiv.

Im folgenden zwei (noch nicht fertig ausgearbeitete) Abenteuer unserer Rollenspielgruppe. Zum  einen der zur Zeit laufende 'Vampir-Zyklus', zum anderen das Ende der 'RHADAMANTUS-Kampagne'.

Neuste Ergänzungen in ROT.

 Viel Spaß beim Lesen!

AKTUELLES ABENTEUER

von Werner Brücker

Was bisher geschah:

Seitdem in Moravod die Pläne zur RHADAMANTUS Machtübernahme vereitelt werden konnten ist mittlerweile ein Jahr vergangen. In dieser Zeit gelang es dem Großfürsten und seinen Getreuen das Land wieder einigermaßen zu stabilisieren.

Zum einen führte ein Handelsabkommen mit dem MIHR VON NEDSCHEF dazu, dass die überfälligen Tributzahlungen an die tegarischen Steppenreiter geleistet werden konnten. Ebenso macht die Rücksiedlung der Flüchtlinge aus den nördlichen Fürstentümern, dank einem erneuerten Bündnis mit den waeländischen Nachbarn, große Fortschritte – auch wenn dadurch sehr weit reichende Eingeständnisse hinsichtlich neuer Handelsstützpunkte gemacht werden mussten.
Dank dem beherzten Eingreifen unserer kleinen Abenteurergruppe gelang es auch den abgebrochenen Kontakt zu den Zwergen Kuz Alhadurs herzustellen, welche ihrerseits nunmehr der herrschenden Dunkelzwergenbedrohung aktiver begegnen wollen.
Auch die, bis zur Bedrohung durch die vereinigten Armeen des Chaos, getrennt lebenden Elfenstämme Moravods haben nunmehr wieder zueinander gefunden und in den Wäldern ‚Slamhorads’ eine neue Heimat gefunden.

Doch es gibt auch Grund zur Besorgnis: So ist ROMARINAS Abanzzi-Sippe seit der Loslösung aus dem Elfenkollektiv spurlos verschwunden. Nur hin und wieder taucht ein Sippenmitglied, augenscheinlich seines freien Willens beraubt, in Begleitung vampirischer Geschöpfe auf. Jene zeigen sich nunmehr, nach jahrhunderte langer Abwesenheit, wieder in allen Teilen Moravods. Ein Brennpunkt scheint aber ohne Zweifel die Hauptstadt selbst zu sein. In ‚Geltin’ wurde einst der NACHTKÖNIG, ein vampirischer Herrscher, nach einem verzweifelten Freiheitskampf der Einwohner besiegt. Der Ort seiner Niederlage gilt noch heute als verflucht und wird aufgrund seiner bösen Ausstrahlung nach wie vor streng bewacht.

Ein Hinweis führte unsere Heldengruppe schließlich zum wieder aufgebauten Dorf ‚Schenila’, in dem MIALEES Pflegeeltern leben und sich auch ein Elfeneremit niedergelassen hat. Doch beim Eintreffen der Gruppe ist dieser, nebst einigen anderen Dorfbewohnern bereits Opfer eines Vampirs geworden, welcher nunmehr nach Jahrhunderten Rache an den Nachfahren der einstigen Gründerfamilien nimmt. Trotz des Einsatzes seines magischen Doppelgängergewands, gelingt es dem Kommando aus ‚Geltin’ schließlich den Vampir zur Strecke zu bringen und die von ihm beeinflussten Abanzzi aus seinem Bann zu befreien. Da ROMARINA von den drei Überlebenden mehr über den Verbleib ihrer Sippe zu erfahren hofft, bleibt sie in ‚Schenila’ zurück …

Der Rest ihrer Mitstreiter kehrt nach ‚Geltin’ zurück und hofft (dank des mittlerweile aus ‚Kuz Alhadur’ mitgebrachten Metalls ‚Sternensilber’) bald mit dem ‚Sehenden Schlüssel’, einem Artefakt aus dem ersten Vampirkrieg, der Bedrohung begegnen zu können. Hierzu muss das Artefakt in einem Ritual seiner schützenden, magischen Hülle beraubt werden. Danach soll jeder normale Mensch mit ihm in der Lage sein, den Aufenthaltsort von Vampiren zu erspüren. MYXXEL, der Hofmagus, möchte dieses Ritual zusammen mit der Elfe MIALEE durchführen. Laut den ominösen Aussagen des Magiers könnte der ‚Sehende Schlüssel’ auch eine Lösung für WYRWIKS nach wie vor im Koma liegenden Druidenbrüdern bieten.

Unterdessen hat sich der Bruder des Großfürsten, WLADIMIR PUSCYN, unglücklich in eine Bürgerliche verliebt. TISSELIN TORGATSCHOW ist nämlich schon einem reichen Kaufmannssohn aus ‚Warogast’ versprochen, scheint aber auch an WLADIMIR Gefallen gefunden zu haben. Der Großfürst beauftragt KORF, den wieder aufgetauchten Unsichtbaren TORRIC und den aus Eschar zur Gruppe gestoßenen RASHID mit der heimlichen Observation des Liebespaares. Dabei lernt Letzterer die beste Freundin TISSELINS, OLGA BASEDOWA, kennen und weckt geschickt ihr Interesse.

Unterdessen hält der Meerespriester HENSTEDT im ‚Hauptquartier’ der Gruppe, der Taverne ‚Zum Bettlerschreck’ die Stellung und spricht gar reichlich dem Alkohol zu.

Und so geht's weiter:

Nachdem das mittagliche Stelldichein im ‘Heiligen Hain’ von PUSKYN und TISSELIN augenscheinlich im Streit endet, nimmt TORRIC wieder heimlich die Observation des Großfürstenbruders auf. RASHID unterdessen, dessen neue Flamme OLGA BASEDOWA derweil mit ihrer Freundin TISSELIN wutentbrannt auf und davon ist, nimmt hingegen den Rückweg über das Geltiner Hafengebiet. Einige Zeit später beobachtet KORF das Eintreffen des augenscheinlich sehr ‘geknickten’ PUSKYN. Dieser wird sogleich, als er den fürstlichen Schlosshof erreicht von einem Pagen begrüßt, welcher ihm einen Brief überreicht. KORF beobachtet dass der Bruder des Großfürsten nach der Lektüre des Briefes sehr aufgeregt ist, und schließlich den Brief wütend zerknüllt und weg wirft. Unauffällig setzt KORF sein Bogentraining im Schlosshof fort und wohnt kurze Zeit später der Ankunft TORRICS bei. Nachdem man sich über die gegenseitigen Beobachtungen ausgetauscht hat, entscheidet sich KORF das zerknüllte Schriftstück heimlich in seinen Besitz zu bringen. Unter dem Vorwand den Hof von Unrat zu reinigen, eignet er sich den Brief an und studiert danach auf seinem Zimmer den Inhalt. Dieser entpuppt sich als äußerst brisant: Ist der Brief doch von einem gewissem BORISLAW LIGATROW, dem Sohn reicher Kaufleute aus ‘Warogast’ verfasst - seines Zeichens der Verlobte von TISSELIN. Dieser fühlt sich durch das Techtelmechtel zwischen seiner Versprochenen und PUSKYN in seiner Ehre verletzt und fordert den Bruder des Großfürsten zum Duell. Und zwar beim nächsten Morgengrauen vor der Stadtmauer an der Grenze zum Heiligen Hain! KORF befürchtet dass dieses Duell nicht fair ablaufen wird. Da der Bruder des Großfürsten als bester Kämpfer des Landes überall bekannt ist, wäre ein alleiniges Gegenübertreten von Seiten LIGATROWS purer Selbstmord. Deshalb beschließt der Waldläufer schnellstmöglich seine Mitstreiter von dem geplanten Duell in Kenntnis zu setzen. Nachdem TORRIC zunächst vorschlägt die Sache auf Art eines Assasinen zu erledigen, KORF aber befürchtet dass so doch ein Verdacht auf PUSKYN fallen könnte, beschließt man dem Duell heimlich beizuwohnen und über die Fairness zu wachen. Getrennt macht man sich auf den Weg um die anderen Freunde darüber in Kenntnis zu setzen.

MIALEE bereitet sich allerdings mit MYXELL auf das für den nächsten Morgen geplante Ritual zur ’Freilegung’ des ’Sehenden Schlüssels’ vor und muss somit auf die Teilnahme an der geplanten ’verdeckten’ Operation verzichten. WYRWIK, welcher sich ohnehin im ‘Heiligen Hain’ bei seinen nach wie vor bewusstlosen Brüdern befindet, wird von TORRIC über das geplante Duell informiert und verspricht vor Sonnenaufgang an Ort und Stelle zu sein um notfalls auch eingreifen zu können. Danach entschließt sich der Unsichtbare die Suche nach LIGATROW aufzunehmen, um schon vor dem Duell ein wachsames Auge auf ihn zu halten. Dies erweist sich allerdings schwieriger als erwartet, erfährt doch TORRIC nach einer Befragung des Pagen, dass der Brief an den Bruder des Großfürsten durch einen offiziellen Meldereiter aus ‘Warogast’ zugestellt wurde und dieser wahrscheinlich ‘irgendwo in der Stadt’ untergekommen ist. Als man schließlich am frühen Abend gemeinsam (mit Ausnahme von MIALEE und WYRIK) im ‘Gasthaus zum Bettlerschreck’ Kriegsrat hält, beschließt man den guten PUNJAB (als Kontaktmann zur Bettlergilde) mit der Suche nach dem reichen Kaufmannssohn zu beauftragen. Dieser erhält nach einiger Zeit folgende Rückmeldung aus seinem weit verzweigten ‘Netzwerk‘: “Ein Händler aus Warogast ist im Verlauf der letzten Tagen nirgendwo eingekehrt. Allerdings sammeln sich seit Tagesfrist unauffällig als normale Bürger getarnte Flammenaugen in der Nähe eines verlassenen Lagerhauskomplexes an der Grenze zum ‘Khochzyn‘!” Sogleich erkennt man gemeinsam den Zusammenhang mit den Vampirbeobachtungen der letzten Zeit, welche gehäuft in der beschriebenen Gegend auftraten. Ebenso ist die Vermutung des Großfürsten noch allgegenwärtig, dass in diesem Bereich höchstwahrscheinlich alte Vampire ihr Unwesen treiben und vermutlich dabei sind eine Armee junger Vampire zu schaffen …

Während KORF sofort aufgrund der Tarnung einen Verrat der ‘Flammenaugen’ vermutet, verweist PUNJAB auf den Sonderstatus des Khochzyn, der jegliche Einmischung von seitens einer ‘staatlichen Macht’ verbietet und daher eine verdeckte Aktion der Flammenaugen erklärbar macht. Auch RASHID sieht keinen Grund zum Verrat der Flammenaugen und glaubt nicht an eine Verbindung zwischen dem geplanten Duell und der Aktion nahe dem ‘Khochzyn’. Vielmehr glaubt man im Verlaufe der hitzig geführten Diskussion zu erkennen, dass die Flammenaugen eventuell in eine Falle der Vampire gelockt werden sollen - und diese über TISSELIN eventuell Einfluss auf PUSKYN nehmen wollen! TORRIC beschließt schließlich den Bruder des Großfürsten unsichtbar und ohne dessen Kenntnis zum Duell zu begleiten, während KORF sich schon zuvor dem Duellplatz aus anderer Richtung nähern will. Der (immer noch leicht angesäuselte) Meerespriester HENSTEDT begibt sich unterdessen zur Position der Flammenaugen um diese über den Verdacht einer Falle in Kenntnis zu setzen. Zuvor hatte man schon beschlossen einen Boten des Großfürsten mit gleicher Nachricht zu den ‘Glaubenskriegern’ zu schicken. RASHID beschließt derweil in der Hafengegend noch einige Kneipen aufzusuchen, um eventuell die, als sehr ‘lebenslustig’ bekannte OLGA BASEDOWA wieder zu treffen, um eventuell von ihr noch mehr über ihre Freundin TISSELIN in Erfahrung zu bringen.

Mittlerweile hat HENSTEDT die verlassene Handelsniederlassung im Vallianer-Viertel nahe des ‘Khochzyn’ erreicht und Kontakt mit den versucht unauffällig vorrückenden Flammenaugen aufgenommen. Während ein Drittel der Streitmacht direkt in den Lagerhauskomplex eindringt, erhält HENSTEDT die Genehmigung mit einem Trupp der ‘Eingreifreserve’ von der anderen Straßenseite aus die weiteren Geschehnisse mit zu verfolgen. Kurze Zeit später kann der Meerespriester schließlich beobachten, dass in allen Gebäuden Lichtblitze aufzucken, sowie Kampfgeräusche und Gekreische nach außen dringen. HENSTEDT gewinnt den Eindruck, dass die Flammenaugen schnell die Oberhand gewinnen und ein wahres Abschlachten unter den Vampiren beginnt.

Derweil hat RASHID tatsächlich in einer Taverne die schon leicht angeheiterte OLGA wieder getroffen und mit seiner unvergleichlich charmanten Art ihre einige, neue Informationen über TISSELIN entlocken können. So scheint sich deren Verbindung mit dem reichen Kaufmannssohn aus ‘Warogast’ durchaus als gutes ’Geschäft’ für beide Familien zu rechnen. Auch wenn Liebe dabei nicht unbedingt eine Rolle spielt, scheint TISSELIN ob der von dem jungen, gut aussehenden LIGATROW gemachten Geschenke recht beeindruckt zu sein. Vor einigen Wochen erst habe er ihr zum Beispiel ein sehr teures Parfüm aus ‘Warogast’ geschickt, welches die ansonsten so stille und zurückhaltende Kaufmannstochter regelrecht verwandelt habe. Seit dieser Zeit sei sie wohl manchmal etwas unausgeglichen und sprunghafter, aber im Vergleich zu früher auch um vieles mutiger und ‘weiblicher’. OLGA (die die Vermutung hegt, dass dieses rätselhafte Parfüm gar magische Bestandteile enthält) hatte ihr deswegen schon geraten Kontakt mit ihrem Verlobten aufzunehmen. Dieser sei aber schon seit einem Monat mit seinem Vater geschäftlich in ‘Waeland’ unterwegs …

Nachdem RASHID einige Zeit später OLGA nach Hause gebracht hat - und diese heimlich wieder in ihr Schlafzimmer zurückgekehrt ist, beobachtet der Krieger aus ‘Eschar’ auf dem Nachbargrundstück der TORGATSCHOWS plötzlich eine schattenhafte Gestalt, welche sich vorsichtig (und jede Deckung ausnutzend) vom Haus entfernt. Bei näherem Hinsehen erkennt RASHIDS geübter Blick für Frauen in der dunklen Gestalt TISSELIN. Da eindeutig zu erkennen ist, dass die junge Frau nicht entdeckt werden möchte, ist RASHIDS Neugier geweckt und er beschließt ihr heimlich zu folgen. Dunkle Ahnungen steigen in ihm auf als erkennt in welche Richtung sie sich wendet: zum ‘Schandmal des Nachtkönigs’! Dort wurde vor 268 Jahren der damalige Vampirherrscher besiegt. Und noch heute trägt dieser Ort eine bösartige Ausstrahlung, die Menschen mit schwächerer geistiger Konstitution zur Flucht treibt. Damit niemand den unheiligen Ort betreten kann ist dieser mit einer 3 Meter hohen Mauer gesichert. Überspannt ist das ganze, circa 20 Meter durchmessende, leblose Gebiet mit einem dichten Eisengeflecht, welches auch jedes Eindringen von Oben verhindert. Runen, Heiligenbilder und magische Kräuter in den Mauersteinen sollen überdies alles Böse fernhalten. Zudem patrouillieren ständig eine Einheit Elitekrieger der ‘Druszniki’ um diese Sperrzone. RASHID beobachtet wie sich TISSELIN in einem nahegelegenen Hauseingang verbirgt, den unheiligen Platz beobachtet und auf einen kommendes Ereignis zu warten scheint. Der Krieger aus ‘Eschar’ ringt derweil mit sich, ob er sich an die junge Frau anschleichen soll um sie heimlich zu betäuben …

Unterdessen macht sich VLADMIR PUSKYN in bürgerlicher Gewandung auf dem Weg zum Duellplatz. Nur an den Kontrollpunkten der Wachen gibt er sich als Bruder des Großfürsten zu erkennen und verlässt schließlich circa eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang die Stadtumfriedung - immer gefolgt von dem Unsichtbaren, welcher stets fünf bis zehn Schritte hinter ihm bleibt, und nur an den Kontrollpunkten dicht aufschließt. WYRWIK hat derweil, auch unbemerkt von dem schon wartenden KORF, den Duellplatz erreicht und harrt der Dinge die da kommen … 

Zur gleichen Zeit haben MIALEE und MYXELL die Vorbereitungen für einen neuerlichen Versuch, mittels Ritual den ‘Sehenden Schlüssel’ von seinem magischen Schutzfeld zu befreien, abgeschlossen. Um die Voraussetzungen für das Ritual zu erfüllen bereitet man alles direkt auf dem Dach über MYXELLS Labor vor. Und so wartet man auch dort gespannt auf den Beginn des neuen Tages, um noch im Glanz des Mondes und unter den verblassenden Sternen das ‘Sternensilber’ über das geheimnisvolle Artefakt zu streuen - um dann mit gebündelter magischer Energie den Schutzmantel aufzusprengen.

Mittlerweile beobachtet HENSTEDT wie eine zweite Abteilung Feueraugen den Vampiren den Rest gibt und schließlich einige verkohlte Leichnahme ins Freie bringt. Die eingesetzten Ordenskrieger berichten, dass ihnen nur wenig Widerstand entgegen gebracht wurde. Bei den Vampiren habe es sich allesamt um noch junge Exemplare gehandelt, welche sich vor Gefangennahme selbst töteten. HENSTEDT erkennt, dass hier nur die Kräfte der Feueraugen gebunden werden sollten und sich der wahre Brennpunkt an anderer Stelle befinden muss. Schnell schwingt er sich auf sein Pferd und reitet im Galopp Richtung Duellplatz davon …

RASHID hat sich derweil doch dazu entschlossen die bisher nutzlose Observation von TISSELIN aufzugeben und sie unbemerkt aus dem Verkehr zu ziehen. Gerade da tritt diese aus ihrer Deckung hervor und ein Reiter kommt die Straße herunter geprescht. Im fahlen Licht des Mondes erkennt RASHID einen Mann in Rüstung, welche die Insignien des Herrscherhauses trägt. Kaum in Rufweite der Wachsoldaten beginnt der Reiter Anweisungen zu brüllen, nennt das Passwort des Oberkommandierenden und befiehlt den Wachen vor ihm anzutreten. Kaum haben sie diesen Befehl ausgeführt, stößt der Gepanzerte einen Pfiff aus, woraufhin TISSELIN von hinten auf die Wachen zugestürzt kommt. Die Wachen wirbeln sofort in die Richtung der Heranstürmenden herum und nehmen Abwehrstellung ein. In diesem Moment springt der Gepanzerte mit einem Satz von seinem Reittier und stürzt sich auf die abgelenkten Wachsoldaten. Sein Helm fliegt zur Seite und legt ein bleiches, mit Vampirzähnen bestücktes Gesicht frei. Schon hat er den ersten Soldaten erreicht und bricht ihm mit einer einzigen Handbewegung von hinten das Genick. Während RASID Warnungen schreiend auf die Soldaten zustürmt um sie auf die Gefahr in ihrem Rücken aufmerksam zu machen, findet der Vampir bereits sein zweites Opfer. TISSELIN bricht unterdessen bewusstlos zusammen. RASHID umläuft die ihm gegenüber in Abwehrstellung gehenden Wachen um den Vampir direkt anzugreifen. Dank seines geheiligten Schwertes rechnet er sich eine, wenn auch geringe Chance gegen das untote Wesen aus. Mittlerweile haben auch die Wachen den richtigen Sachverhalt erkannt und schlagen mit ihren Rufhörnern Alarm, sind aber noch zu irritiert um in den Kampf eingreifen zu können. So ist es an RASHID den ersten Schlag zu führen. Da dieser gerade mit einer dritten Wache beschäftigt ist, gelingt es dem Stammeskrieger auch tatsächlich einen verletzenden Treffer zu landen. Bevor RASHID allerdings noch zu einem zweiten Schlag ansetzen kann, setzt die unheimliche Gestalt eine ihrer Geistesgaben ein, verwandelt sich in Nebel und entfleucht …

Auch beim ‘Heiligen Hains’ spitzen sich die Dinge mittlerweile zu - nimmt WYRWIK doch von seiner Position dicht am Duellplatz plötzlich knirschende Schritte aus Richtung eines nahegelegenen Hohlweges wahr. Die geschärften Sinne des Druiden vermitteln ihm dabei den Eindruck von sechs sich langsam nähernden Gestalten. WYRWIK beschließt seine Gabe der Tierbeeinflussung einzusetzen. Problemlos erfassen seine Druidensinne einen Fledermausschwarm in der Nähe und bringen diese unter seine Kontrolle. Als sich die Fledermäuse schließlich über der Gruppe zu ballen beginnen, erkennt auch KORF das Wirken seines Gefährten und ahnt, dass sich aus der Richtung des Hohlweges eine Gefahr auf sie zu bewegt. Doch obwohl die Fledermäuse sich weisungsgemäß ausgiebig mit Kopf und Haupthaar der anschleichenden Rotte beschäftigen, dringt aus deren Mündern nicht der geringste Schmerzenslaut - und sie setzen ihren Vormarsch unbeeindruckt fort. Unterdessen ist der Bruder des Großfürsten ebenfalls beim Duellplatz angelangt, wundert sich wohl über die kreisenden Fledermäuse, ist aber in Gedanken bereits beim Duell und ruft laut den Namen seines Herausforderers. Dieser tritt daraufhin nahezu im selben Augenblick, für den verborgenen KORF völlig überraschend, nur wenige Meter entfernt auf die Lichtung hinaus. Die jugendliche, schlanke Gestalt (in edler Kleidung mit Federbuschhut) schwingt einen zierlichen Degen und fordert lauthals Genugtuung. So entbrennt schnell ein recht ungewöhnlicher Kampf, entpuppt sich der Herausforderer doch als übermenschlich schnell und wenig. Nur dank seiner überaus reichen Kampferfahrung kann WLADIMIR PUSCYN den Angriffen standhalten. Doch schon jetzt kann man erahnen, dass seine Kräfte früher oder später ob der immer schneller werdenden Attacken erlahmen werden. KORF und der, nach wie vor als unsichtbarer Leibwächter agierende, TORRIC erkennen nun die Unehrenhaftigkeit des Duells und entscheiden sich einzugreifen.

KORFS erster Pfeil trifft sogleich auch den geheimnisvollen Duellanten mitten in der Brust - was diesen aber nicht sonderlich beeindruckt. Ein weiterer Hinweis darauf, dass es sich um eine Falle der Vampire handelt! Der Angegriffene reagiert auch diesmal wiederum extrem schnell, stürzt sich sogleich auf KORF und versucht ihn zu packen. Doch dem Waldläufer gelingt es sich glücklicherweise zu befreien, er lässt seinen Bogen fahren und zieht sein Schwert. Gleichzeitig pirscht sich der Unsichtbare von hinten an den Vampir heran und versucht diesen zu meucheln. Doch sein erster (von dem Geschöpf nicht bemerkter) Versuch scheitert an den, kaum mit den Augen zu verfolgenden, Bewegungen des Fremden. Unterdessen stürzen aus dem Hohlweg die (reichlich zerrupften) Gestalten der anderen Gegner. WYRWIK verlässt sogleich seine Deckung, ruft ihnen entgegen: “FLIEHET VOR DEM LICHT, IHR GESCHÖPFE DER NACHT!” und erzeugt mit seinem Zauber ‘Bannen von Dunkelheit’ einen trüben Tageslichtkreis im Umkreis von 9 Metern. Sogleich kommt der Angriff der abgerissenen Fremden zum stehen und sie verharren zögernd vor dem Lichtschein. Doch auch der Vampirgegner bei TORRIC und KORF weicht vor dem magischen Licht zurück und läuft KORF direkt ins Schwert. Doch KORFS Versuch dem Gegner den Kopf vom Rumpf zu trennen scheitert an der unglaublichen Agilität des jugendlich wirkenden Wesens. PUSCYN, welcher mittlerweile seine Überraschung überwunden hat, und von WYRWIK kurz über die Vorgänge informiert wurde, stürzt sich sodann wütend auf die nach wie vor zögernden Helfer des Vampirs.
Derweil gelingt es dem Unsichtbaren endlich, nachdem KORF den Widersacher immer wieder erfolglos attackiert hat, mit einem einzigen schnellen Schnitt seines Dolches den Hals komplett aufzuschlitzen. Röchelnd sinkt das unheimliche Wesen zu Boden, während sich seine sechs Helfer wie auf ein geheimes Kommando hin umwenden und die Flucht ergreifen - weiterhin verfolgt von dem Fledermausschwarm, welcher noch zwei Stunden lang WYRWIKS letztem Befehl Folge leisten wird …

MIALEE und MYXELL haben unterdessen erfolgreich ihr Ritual im Licht des verblassenden Sternenhimmels absolviert und konnten somit den ‘Sehenden Schlüssel’ von seinem magischen Schutz befreien. Kaum ist dies vollbracht, beginnt das linsenartige Artefakt zu leuchten und einen schrillen Ton zu erzeugen. Die beiden vom Ritual noch erschöpften Zauberkundigen sehen im gleichen Augenblick voller Entsetzen wie sich ein Vampir über die Steinbrüstung des Turmes schwingt. Sogleich geht dieser zum Angriff über und spricht einen Lähmzauber gegen MIALEE und MYXELL. Dank deren natürlichen Resistenz werden bei ihnen allerdings jeweils nur einzelne Gliedmaßen gelähmt, so dass MIALEE mit der Erschaffung einer Feuerkugel kontern kann. MYXELL dagegen ist in seiner Konzentration so geschwächt, dass sein neuster Zauber misslingt. Dadurch hat der Vampir die Möglichkeit die Feuerkugel zu umlaufen und sich das (nunmehr ungeschützte Artefakt) zu ergreifen. Während MIALEE verzweifelt ihre magische Waffe in Richtung des Angreifers lenkt, gelingt es dem Hofmagier mit einem zweiten Spruch den Vampir auf der Stelle zu bannen. Vor die Wahl gestellt das Artefakt weiterhin festzuhalten oder die Flucht zu ergreifen entscheidet sich der Unheimliche schließlich für letzteres, verwandelt sich in Nebel und flüchtet noch bevor ihn die Feuerkugel oder die ersten Strahlen des beginnenden Tage erreichen können.

Auch an RASHIDS Standort kommt es zur Entscheidung. Dort beim ‘Schandmal des Nachtkönigs’ hat sich die neblige Gestalt des Vampirs bei der ohnmächtigen TISSELIN wieder zurückverwandelt, diese gepackt und ist mit ihr auf die Gitterabdeckung des Sperrgebiets gesprungen. Bevor noch jemand reagieren kann, zerfetzen seine kräftigen Arme ein Teil des Gitters und schleudern die schmächtige Frauengestalt in die Mitte des toten Gebiets hinunter. RASHID schleudert reaktionsschnell seinen Wurfspeer hinauf, verfehlt aber knapp die herumwirbelnde Gestalt des Blutsaugers. Die mittlerweile wieder kaltblütig agierenden Wachen tun es ihm gleich. Und bevor der Vampir noch zu seinem Opfer hinunter springen kann, wird er von zwei der Wurfgeschosse erwischt. RASHID beschließt kurz entschlossen dem Vampir zu folgen. Dank Mithilfe der Wachen gelangt der Asad-Krieger, welcher durch sein Amulett gegenüber der Furchtausstrahlung des Schandmals resistent ist, geschwind auf die Gitterkonstruktion. Er beobachtet entsetzt wie der Untote die Kehle der jungen Frau zerfetzt und (während ein Blutstrom aus ihrem Körper die trockene Erde in der Mitte des ‘Schandmals’ netzt) einen Zauberspruch flüstert. Danach sackt der von Speeren durchbohrte Körper des Vampirs über TISSELIN zusammen und sein Blut mischt sich mit dem ihren. Urplötzlich wallt ein dichter Nebel unter ihren Körpern hervor und bildet einen schnell größer werdenden Wirbel. Kurz entschlossen hechtet RASHID nach unten um den Vampir zu enthaupten und somit vielleicht das unheilvolle Ritual noch aufhalten zu können. Unter Anrufung seiner Götter und auf deren Gnade vertrauend, trennt er mit einem Schlag seines magischen Schwertes den Kopf vom Rumpf des Blutsaugers. Doch es ist schon zu spät: Der Wirbel packt ihn mit ungeheurer Kraft und zieht den Krieger zusammen mit den beiden Leichen hinab in eine andere Dimension …

(wird fortgesetzt)

FRÜHERE ABENTEUER (Zyklus: Chaos-Armee)

Die Reise nach Thurisheim

von Ralf Wichmann

Die folgenden Tage sind für die Bewohner von Geltin gezeichnet aus einer Mischung von Trauer über den Verlust geschätzter Menschen und Freude über den Befreiungsschlag gegen das belagernde Heer Gazhak Khans und dessen Vertreibung. Der Großfürst Wladimir Prybil Petroweje Magurowin VII läßt die Vorratslager öffnen und ordnet eine drei Tage dauernde Siegesfeier an. Von nun an sollen diese Feierlichkeiten jährlich stattfinden. Die Abenteurer beziehen Quartier in iher neuen Behausung, dem Wirtshaus zum Bettlerschreck. Dort empfängt sie der freudig erregte Panjub, nun zum Wirtschafter des Hauses ernannt. Im Obergeschoß des Gebaüdes werden mehrere Zimmer bereitet, während die umfangreiche Ausrüstung aller, die sich während der langen Reisen und durchstandener Abenteuer schon beträchtlich vermehrt hat, in den unterirdischen, geheimen Bereich des Wirtshauses deponiert wird. Die erschöpften, müden Abenteurer betten ihr Haubt auf ihren Nachtlagern und verschlafen einen Großteil der Siegesfeierlichkeiten. So können sich die Abenteurer nur kurzfristig von der Schlacht erholen, denn noch immer wartet eine dringende Aufgabe darauf, vollbracht zu werden!
Eine Einladung des Großfürsten geht denn auch am vierten Tage bei den Abenteurern ein. Im Audienzsaal erfahren Sie denn auch nach Austausch der offiziellen Begrüßungsformeln vom tatsächlichen Ernst der Lage. Die Witterung ist zu dieser Jahreszeit tückisch. Späher berichten davon, das das feindliche Heer in kompletter Auflösung begriffen ist, und noch immer bedrohen vereinzelte marodierende Versprengte die umliegenden Gemarkungen. Jetzt im 2ten Wintermond kann es, trotz der kurzen Warmphase, noch sehr kalt werden und die Versorgungslage entlegener Ansiedlungen bricht immer wieder zusammen! Von Warogast weis man von schweren Schneefällen zu berichten.
Doch die vordringlichste Aufgabe ist die Überbringung der Elementarstäbe zu ihrer
Ursprungswelt, denn die große Affinität der wandernden Esfront zu der Truhe mit den Elementaren ist noch immer gegeben! Nach letzten Meldungen wird der Rakudin langsam aber stetig Richtung Geltin verschoben, die Eisfront bewegt sich also noch immer!
Der Eissalamander ist unter der Kontrolle des Neffen des Großfürsten, Arkadiol, stellt also im Augenblick keine große Gefahr dar. Die Zeit drängt aber und neuerdings hört man von beunruhigenden Geschichten an der Südgrenze des Landes über die Reitervölker, denen der Abzug großer Kontingente von Grenzsoldaten nicht entgangen ist und sie wieder einmal das Machtvacuum für sich ausnutzen wollen.
Der Großfürst stellt in den Raum, die Abenteurer großzügig auszurüsten und der Hofmagus Myxxel erwägt ebenfalls die Abenteurer mit einigen Artefakten auszustatten, da die Reise in eine Parallelwelt sicherlich nicht ganz risikoarm sein dürfte.
So begibt man sich gemeinsam, nachdem der offizielle Teil der Audienz beendet ist und alle Macht- und Würdenträger den Saal verlassen haben, in die nun aufgeräumte Grotte unter Welkijarok, dem geheimen Ort Rhadamanthus´ bösen Treiben. Der Ort, an dem ihn die Abenteurer vor ca. einer Woche eine weitere schmachvolle Niederlage beigebracht haben. Dort unten ruhen, neben vielen anderen sauber aufgereihten Dingen, sämtliche magischen Artefakte und für alle wenig überrasschend Pompösius´ Truhe. Myxxel Ban´dor hat in den vergangenen Tagen viel Zeit verbracht, alles zu katalogisieren und soweit wie möglich ein- und
zuzuordnen, damit sie Aufgrund der neueren Kenntnislage ein weiteres Mal eingehend untersucht werden können. Hier eröffnet er den Abenteurern, das sie zur Erfüllung ihrer Aufgabe, die Verbringung der Elementare nach Thurisheim, sich einige Artefakte aneignen dürfen, der weitaus größte Posten allerdings bei ihm verbleiben muß!
Zunächst beratschlagt man noch unschlüssig, welche von den vielen magischen Gegenständen und ihren vielschichtigen Eigenschaften denn nun nützlich seien, doch ein kluger Einwurf von Korf, man solle die Artefakte wählen, welche die hervorragensten Fähigkeiten der jeweiligen Besitzer untermauern und verstärken, stößt auf allgemeine Zustimmung.
So erwählt Der Hilfsarchivar Wern etwas von den Drachentränen, mit denen er hofft seinen Lehrer Wanobi aus der Versteinerung zu lösen.Wyrik erwählt ein komplettes Schreibbesteck magischer Natur, Torric zwei identische sehr kunstvoll gearbeitete gut ausgewogene Säbel, Romarina einen Dolch und Mialee einen außergewöhnlich schönen filigranen Ring, von dem man weis, das er heilen kann. Korf erwählt nach unschlüssigem Gesuche einen Buckler, ein kleines Faustschild, und verfällt fast augenblicklich einem ungewöhnlichen Goldenen Bogen, von dem Myxxel zu berichten weis, das dieser Bogen unbegrenzt kraftvolle Energiepfeile verschießt und absolut treffsicher ist, nun aber, wie alle erwählte Artefakte der Abenteurer, total entladen ist! Man mutmaßt, das die Energie der Drachenpfade ähnlichen Einfluß auf die Artefakte hat, wie auf Wyriks roten Kristall, der noch immer den Geist der 23 birgt, allerdings immer nur in der Nähe von Drachenpfaden aktiv wird. Myxxel vermutet, das in Thurisheim, eine durch und durch magische Welt, das Energieniveau höher sein dürfte. Der Verdacht liegt nahe, das sich dort die Artefakte wieder aufladen könnten.
Man beratschlagt noch in groben Zügen das weitere Vorgehen. Zuallererst müssen mit Hilfe eines Schnellseglers die Elementarstäbe aus Geltin ´rausgebracht und auf das erbeutete schwarze Schiff gebracht werden, das verborgen in einem Wealändischen Fjord unter der Aufsicht von Olaf Olafson wartet. Dann sollte man möglichst schnell nach Neu-Thalassa zum Bettlerkönig kommen, nicht ohne einen kurzen Zwischenstop in Kroisos zu machen, um Meister Wanobi aus seier Versteinerung zu lösen. Somit sollte man ausreichend gewapnet sein, mit Hilfe des Bettlerkönigs und seines profunden Wissens, die gefährliche Reise nach Thurisheim anzutreten!
So rüstet man sich denn zur Reise und belädt nach kurzer Wiedersehensfreude den kleinen Schnellsegler von Eagil und Signi Olafson im Hafen von Geltin, der von hektischer Betriebsamkeit geprägt, den neu entfachten Lebenswillen Geltins wiederspiegelt.

Die Ausrüstung des Seglers nimmt ca. 1 Tag in Anspruch und ohne große Zeremonie bricht das Schiff am folgenden Tag in Richtung der Eidret-Inseln über die Wyrdsee auf. Das Schiff läuft auf nördlichen Kurs hart am Wind segelnd auf die Ostküste Wealands zu. Je weiter das Schiff nach Norden vordringt, desto häufiger kommt es zur Sichtung von Eisschollen. Damit das Schiff nicht Leck schlägt, nimmt Egil Fahrt `raus indem ein Teil der Segel eingeholt wird. Nach ein paar weiteren Tagen kommt der Fjord in Sicht, der vereinbahrte Treffpunkt, an dem Olaf Olafson seit ca. 2 Wochen mit dem Schwarzen Schiff wartet. Auch Wyrrik spürt mit seiner Fähigkeit der Liniensicht, das sie sich dem Zielort nähern, denn der Fjord befindet sich direkt auf einem Drachenpfad.
Eim Eingang des Fjordes bläst Signy das verabredete Hornsignal. Die Antwort bricht sich vielfach an den schroffen Felswänden und noch während das Segel vollends eingeholt wird und man sich ans Rudern macht, eilt ihnen Olaf in einem Ruderboot, flink von 8 kräftigen Seemännern vorangetrieben freudig winkend entgegen. Noch während sie parallel auf den Liegeplatz des Schwarzen Schiffes zubewegen, berichtet Olaf in knappen Worten, das sich die Situation im Fjord verschlechtert und das Versteck möglichst bald geräumt werden sollte. In letzter Zeit häufen sich die Sichtungen von Eisdrachen und mehrfach überflogen schon einige Exemplare das Versteck.
Die Abenteurer vergeuden keine Zeit und kurz nach dem Anlegen beginnen die Vorbereitungen den geheimen Liegeplatz wieder zu verlassen. Die Barren des dunklen Metalles und die Fässer mit dem besonderen Öl werden auf die Herz aus Gold verladen. Olaf Olafson will die Fässer auf den Weg nach Geltin über einen kleinen Umweg über sein Heimatdorf wegbringen. Die Barren hat er vor, in der Nähe des Dorfes an einen nur ihm bekannten Ort unterzubringen, während die Fässer in Geltin in die Obhut von Myxxel gegeben werden sollen. Man verabredet einen neuen Treffpunkt am schwarzen Turm nördlich von Barogard, dem Orientierungsfixpunkt des schwarzen Schiffes, wenn es wieder von der Reise in die Parallelwelt Thurisheim zurückkehrt.
Es gilt sich abermals zu trennen, doch alle wissen, das diese Reise womöglich den Tod für einige oder alle bedeuten kann, und so gerät die Verabschiedung etwas emotionaler als sonst. Kurz nachdem die Herz aus Gold aus Sichtweite gerät, wird das schwarze Schiff aus einer Laune heraus von Romarina "Schwarze Perle" genannt. Nachdem alles gerüstet ist und die Leinen losgemacht werden, bemannt Wyrrik den Steuerstand und setzt den roten Kristall in die Halterung. Die irisblendenartigen Bullaugen öffnen sich und geben den Blick nach vorne aus dem Bug frei. Augenblicklich erhält er wieder Kontakt zum Geist der 23 und es gelingt ihm, anfangs noch mit einigen Schwierigkeiten aus dem Fjord herauszumanövrieren. Hochkonzentriert dirigiert er die belebte Materie und schildert seinen Kameraden die vielschichtigen Eindrücke in knappen Worten. Das Schiff gebärdet sich wie ein impulsives unruhiges Tier, das voller Ungeduld losstürmen will. Den Drachenpfad entlang richtet Wyrrik das Schiff nach Neu Thalassa aus und läßt, sinnbildlich gesprochen, die Zügel fahren.
Das Schiff macht ungewöhnlich gute Fahrt. Die Ausleger beginnen langsam schwach golden zu glühen, der Fahrtwind auf dem Oberdeck wird langsam ungewohnt scharf, sodaß sich nach und nach der Rest der Besatzung ins Unterdeck zurückzieht. Die golden glühende Aura beginnt das Schiff vollends einzuhüllen und es hebt sich langsam aus dem Wasser. Voll ungläubigen Staunens besetzt so ziemlich jeder der Mannschaft einen Aussichtspunkt an den vielen kleineren Bullaugen, die sich in regelmäßigen Abstanden am Außenrumpf entlang ziehen und begaffen das sich vorüberziehende Meer! Keiner vermag abzuschätzen, wie schnell sich die schwarze Galeere über das Wasser hinwegbewegt! Allenfalls ein unvorsichtiger Schwarm Meeresvögel gerät in völliger Panik, als er hinterrücks überholt, verwirrt und zur Erheiterung aller versprengt wird und läßt ein ungefähres Gefühl für die schnelle Fahrt zu.
Bald kommt Land voraus in Sicht und Wyrrik befürchtet zu zerschellen. Der Bremsversuch stößt jedoch auf heftigen Widerstand des Schiffes und Wyrrik gerät in arge Bedrängniss, doch der Geist des Rates der 23 beschwichtigt ihn und rät ihm, noch mehr Fahrt aufzunehmen, es bestünde absolut keine Gefahr. Das flaue Gefühl in der Magengegend verschwindet bei allen aber erst, als das Schiff immer noch schneller werdend auf die Küste losbrettert und berührungslos über den Strand gleitet. Alle verfallen begeistert dem Geschwindigkeitsrausch und das Hochgefühl des Schiffes, das Wyrrik mit seinen Druidensinnen wahrnimmt, scheint sich fast auf die gesammte Besatzung zu legen.
Die Fahrt über Land geht so derartig schnell vonstatten,das Wyrrik der eigentlich geplante Halt in Kroisos erst wieder in den Sinn kommt, als er schon die Hochebene von Thalassa überquert und Neu Thalassa in Sicht kommt. Die schwarze Perle abzubremsen kostet ihm auch erhebliche Mühe, sodaß das Schiff über den Hafen von Neu Thalassa hinausschießt und ein paar Seemeilen voraus entfernt wieder wassert .Sichtlich erschöpft vermag er das Schiff noch zu wenden und in den Hafen zu steuern und kann mit Hilfe des Geistes der 23 sicher das Schiff an der Kaimauer anlegen. Neu Thalassa bietet einen traurigen Anblick. Noch immer sind die Trümmer des Überfalles vor ein paar Monaten nicht beseitigt, doch viele Zelte zeugen vom Überlebenswillen der Einwohner, welche allerdings erst langsam wieder aus ihren Verstecken hervorkommen, da sie bei Sichtung der Schwarzen Perle vorsichtshalber das Weite gesucht haben, befürchteten sie doch einen neuerlichen Angriff der wandernden Rüstungen!
Die letzten Zweifel der Einwohner zerstreuen sich, als eine Delegation des Bettlerkönigs schnurstracks auf die Schwarze Galeere zuhält und die Abenteurer empfängt. offensichtlich funktioniert der Informationsaustausch der Bettlergilde auf beeindruckende Art und Weise, was bei den Abenteurern für Verblüffung sorgt ...
(wird fortgesetzt)